Der Zinseszinseffekt – Ein Geschenk der Götter an dich

zinseszinseffekt-homemade-finance

Heute geht es um einen alten Bekannten:

Den Zinseszinseffekt.

In viele Religionen als Werk des Bösen und als unmoralisch dargestellt.

Doch stimmt das wirklich?

Meiner Meinung nach nein. Der Zinseszins ist nicht nur notwendig für das wirtschaftliche Miteinander, sondern auch etwas ganz Natürliches.

Vielmehr noch, er ist dein wichtigster Verbündeter auf deinem Lebensweg. Lerne ihn also kennen und schätzen.

Was ist der Zinseszinseffekt?

Der Zinseszins ist einfach ein Zins auf den Zins.

Dramatischer Spannungsbogen.

Ok, was sich sehr trivial anhört und auch die meisten von uns zu verstehen zu glauben ist tatsächlich viel tiefgehender als es zunächst aussieht.

Den er macht aus einer linearen Welt etwas Nichtlineares.

Was bedeutet das für dich? Sieh dir einfach mal folgende Grafik an:

In diesem Beispiel bin ich davon ausgegangen, dass über 30 Jahre jährlich 6000€ (500€ pro Monat, während des Jahres zinslos auf dem Tagesgeld geparkt und am Ende auf einmal investiert) angespart worden sind.

Die einzelnen Kurven zeigen verschiedene Verzinsungen während der Laufzeit. Ganz unten die Gerade mit 0%, dann 2%, 5% und schließlich 8%.

Wie wir im besten Fall sehen können, kommen wir am Ende ein Vermögen von 679.699€, haben aber nur 180.000€ in unser Portfolio eingezahlt.

Das ist der Zauber des Zinseszinses.

Er erlaubt uns im Laufe des Lebens zu deutlich mehr Vermögen zu kommen als es uns sonst möglich wäre.

Starke Sache, findest du nicht?

Eine Formel sie alle zu knechten

Die Formel für den Zinseszins sieht vielleicht auf den ersten Blick etwas erschreckend aus, ist aber eigentlich ganz simpel:

zinseszins formel

q = 1 + Zins, z.B. 5% Zinsen -> q = 1,05

n = Anzahl der Jahre, z.B. 30

Hier das Beispiel unter Verwendung der obigen Formel:

zinseszins beispiel

Wenn du nicht sofort alles verstehst, ist das nicht so wild. Lerne es einfach zu benutzen, das reicht vollkommen.

Ein Beispiel für die Macht des Zinseszinseffekts

Warren Buffett hat im Laufe seiner Investorenkarriere ein gigantisches Vermögen angehäuft. Das war möglich, da er pro Jahr im Durchschnitt 28,61% Rendite erwirtschaftet hat.

So hat sich sein Vermögen entwickelt:

Auch hier sehen wir wieder, wie im Laufe der Zeit durch den Zinseszinseffekt sein Net Worth praktisch explodiert.

Die eigentlich nicht mehr zu erkennende Gerade darunter zeigt die hypothetische Entwicklung mit einfachen Zinsen. Das ist aber alles fairerweise auch grob vereinfacht, denn Warren Buffett hatte sicher Mittel Zu- und Abflüsse während seines Lebens

Ich finde es ist aber höchst interessant, sich die Zinseszinsgeschichte einmal an einem realen Beispiel anzusehen.

Endvermögen mit Zinseszins: ca. 62.000.000.000$ (Pi mal Daumen, meine Daten enden in 2008. Warum erfährst du im Artikel “Hatte Warren Buffett einfach nur Glück?”)

Ohne Zinseszins: 1.616.330$

Wir sehen, ohne diesen Effekt wäre Warren Buffett immer noch zu sehr viel Geld gekommen aber bei weitem nicht zu so viel.

Zinseszins ist das Natürlichste der Welt

Was ich immer etwas amüsant finde, sind Verschwörungstheorien hinsichtlich unseres Geldsystems.

Da wird oft der Eindruck vermittelt, eine Gruppe reicher und mächtiger alter Männer hätte sich den Zinseszins ausgedacht um die Weltherrschaft zu übernehmen.

Ich habe dazu eine etwas pragmatischere Sichtweise. Meiner Meinung nach ist der Zinseszins im Geldsystem nur eine konsequente Fortführung des Zinseszinses in der Realwirtschaft.

Lass mich das an einem Beispiel erklären:

Stell dir vor, du wärst ein Bauer in der Jungsteinzeit und hättest ein Feld mit Getreide. Du bewirtschaftest es selbst und erntest jedes Jahr von diesem einen Feld einen Haufen Getreide.

Ferner nehmen wir mal an, du wärst ein glutenfreier Hipstersteinzeitmensch und Getreide hängt dir mittlerweile zum Hals raus. Das heißt deine gesamte Ernte verkaufst du (gegen welche Währung auch immer, spielt hier keine große Rolle).

Nun hast du zwei Möglichkeiten:

1. Du bunkerst den Erlös in deiner Hütte (Banken gibt es noch nicht) und lebst in diesem Rhythmus vor dich hin. Einmal im Jahr ernten, verkaufen, bunkern.

2. Du nimmst deinen Erlös und kaufst den benachbarten Acker neben dem Feld, das dir bereits gehört auf. Nehmen wir der Einfachheit halber an, der Preis dafür beträgt genau eine Jahresernte und der Nachbarsacker bringt genau so viel Getreide ein, wie dein erstes Feld. Hier kaufst du nun jedes Jahr mit dem Erlös aus dem vergangenen Jahr neue Ackerflächen hinzu. Dein Rhythmus in diesem Fall lautet. Ernten, verkaufen, kaufen bzw. reinvestieren.

So sieht das grafisch aus:

zinseszinseffekt

Im zweiten Fall beginnt jetzt sehr schön der Zinseszinseffekt zu wirken.

In unserem tollen Beispiel verdoppelt sich jedes Jahr die Ackerfläche.

Rate doch Mal, um wie viel deine Ackerfläche nach nur 10 Jahren gewachsen ist?

Um das 1024-fache.

Ganz recht, in so kurzer Zeit hast du deine Ackerfläche um den Faktor 1024 vergrößert. Das bedeutet auch 1024 Mal so viel Jahresernten.

Das ist ein sehr großer Haufen Getreide vor der Hütte.

Worauf will ich mit dieser kleinen Geschichte hinaus?

Nun, statt Getreide könnte es in obigem Beispiel um alles Mögliche gehen: Hütten, Fleisch, Jagd, Imkern, Beeren sammeln und so weiter und so fort. Kurzum, alles was man sich so als Geschäft/Lebenserwerb vorstellen kann.

Niemand kann dir verbieten in dein Geschäft zu reinvestieren und so exponentielles Wachstum zu realisieren.

Natürlich gilt das auch für das Geschäft des Geldverleihens.

Der Zinseszins ist also nicht etwa ein willkürliches, von machtgeilen Menschen etabliertes Element in unserem Geldsystem. Es ist vielmehr die konsequente Entwicklung des wirtschaftlichen Miteinanders.

Selbst wenn man den Zinseszins im Geldsystem verbieten würde (wie auch immer das gehen soll), wären wir ihn nicht los. Denn er umgibt uns ständig.

Ich bin auch der Überzeugung, die Menschen würden ihre Kaufkraft aus dem Geldsystem dann abziehen und vermehrt versuchen ihr Geld woanders unterzubringen, wo es Zinsen und Zinseszinsen dann eben noch gibt.

Was das für dich und deine finanzielle Freiheit bedeutet

Der Zinseszins erlaubt dir, in überschaubarer Zeit, mit überschaubarem Einsatz ein ansehnliches Vermögen aufzubauen.

Eine einzige Sache hierbei ist entscheidend:

Zeit.

Zeit ist alles. Je länger wir Zeit haben, desto gewaltiger kann der Zinseszins seine Macht entfalten. Wir haben weiter oben gesehen, Warren Buffett ist erst relativ spät in seinem Leben so unfassbar reich geworden.

Das liegt an der nichtlinearen Natur des Zinses. Das Konzept ist nicht schwer und doch unterschätzen wir Menschen die Auswirkungen systematisch. Das liegt daran, dass wir evolutionär Millionen von Jahren lang nur mit linearen Zusammenhängen zu tun hatten.

Nichtlinearität trat erst mit fortschreitendem sozialem und wirtschaftlichem Miteinander in unser Leben und bislang haben wir uns noch nicht daran angepasst.

Das sollten wir aber, denn wer rechtzeitig das Potential erkennt, kann anfangen sich Gedanken über ein Portfolio zu machen und die Zeit nutzen.

Je eher, desto besser.

The secret of winning ist beginning.

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