Pareto-Prinzip: 16 Alltagsbeispiele für mehr Erfolg

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Wie sehr viele, hast auch du sicherlich auch bereits davon gehört:

Das Pareto-Prinzip, auch bekannt als 80-20 Regel (seltener auch 20-80 Regel). Sie besagt in etwa, dass du mit 20% des Aufwandes 80% des Erfolges erzielen kannst.

Dieses Prinzip kann ein sehr wertvolles Hilfsmittel sein, um deine Zeit besser und effizienter zu nutzen. Das wiederum hilft dir auf deinem persönlichen Weg zur Finanziellen Freiheit.

Anfangs kann es allerdings etwas schwer sein, ein Gefühl für dieses Prinzip zu bekommen.

Daher habe ich dir hier ein paar anschauliche Beispiele zusammengetragen, die du sofort anwenden kannst, um mehr zu schaffen, dabei effizienter zu sein und deinen Zielen schneller näher zu kommen.

Du wirst im Laufe der Zeit ein Gespür dafür entwickeln und deinen Alltag automatisch danach scannen.

Wenn dir das Pareto-Prinzip bereits bekannt ist, dann kannst du den ersten Abschnitt dieses Artikels gern überspringen und direkt zu den Beispielen weiter unten scrollen.

Kurz und knapp über das Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip besagt einfach, in vielen Fällen kann man mit einem Bruchteil des Einsatzes einen Großteil des Erfolges herausholen. Ich habe dir das einmal grafisch veranschaulicht… ist leider nicht so schön geworden wie ich mir das erhofft hatte, mea culpa. 😉

Wie du sehen kannst, ist zu Beginn der Zugewinn an Erfolg steiler als später, wenn man eine Einheit “Einsatz” für eine Einheit “Erfolg” linear tauschen würde. Diese Regel ist zwar kein Naturgesetz, lässt sich aber in vielen Bereichen empirisch in ähnlicher Art und Weise beobachten.

Ein klassisches Beispiel, das jeder kennt: Deine Wohnung hat mal wieder dringend einen Frühjahrsputz nötig. Du legst also los, stürzt dich voller Tatendrang ins Aufräumen und Säubern. Und siehe da: Zu Beginn siehst du relativ schnell einen Erfolg! Du hebst die Klamotten vom Boden auf, rückst die Möbel wieder zurecht, räumst den Spüler ein und schon sieht alles gar nicht mehr so schlimm aus. Gehst du jetzt aber ins Detail und wischt den verstaubten Lampenschirm ab, um auch das wieder einmal von deiner Liste abhaken zu können, dann ist der Zugewinn an Sauberkeit geringer als zu Anfang.

Und wenn Klamotten aufheben usw. noch schnell ging, so fressen die Kleinarbeiten wie eben Abstauben sehr viel Zeit, tragen aber nicht sonderlich viel zu einem besseren ersten Eindruck bei.

Entdeckt wurde dieses Prinzip übrigens von eben diesem einen Herrn namens Pareto (Italiener), der festgestellt hat, dass 80% des Grundbesitzes sich auf 20% der Bevölkerung verteilt. Nach und nach hat er auch in anderen Bereichen diese Verteilung mehr oder weniger feststellen können. Womöglich auch, als er selbst aufgeräumt und sauber gemacht hat.

Was bedeutet das jetzt für dich auf dem Weg zur Finanziellen Freiheit?

Die 80-20 Regel lässt sich auch auf deine Finanzen anwenden. So werden 20% deiner Investments 80% deines Erfolges ausmachen. Wenn du 20% des Vermögens eines Millionärs erreicht hast, wirst du 80% seiner Zufriedenheit erlang haben. Gleiches gilt für deine Finanzielle Freiheit. Wir haben ja schon einmal besprochen, der Weg zur finanziellen Selbsständigkeit lohnt sich schon heute. Das Pareto-Prinzip ist der Grund dafür:

Wenn du 20% des notwendigen Vermögens für deine Finanzielle-Freiheit erreicht hast, wirst du 80% der Zufriedenheit verspüren, die du erlangen wirst, wenn du den Betrag vollständig erreicht hast.

Pareto-Prinzip Beispiele

Privat

1. Wohnung aufräumen

Du erwartest in einer Stunde Besuch und deine Bude sieht aus wie S**, es würde 5 Stunden dauern sie tippi-toppi aufzuräumen. Was also tun? Aufgeben? Niemals! Alles putzen? Unmöglich! Die Lösung: Konzentriere dich in dieser verbleibenden Stunde auf die auffälligsten Dinge. Klamotten am Boden sieht jeder, Staub auf den Küchenschränken nicht.

2. Deine Freizeit einteilen

Kennt leider jeder: du nimmst dir zu viel vor, hast jedoch nicht genug Zeit und du kannst dich nicht entscheiden? Liste die für dich 5 befriedigendsten Alternativen in absteigender Reihenfolge auf und streiche die letzten vier. Probiere es aus, du wirst zufriedener werden als wenn du jeden Sonntag abend frustriert feststellst, dass du nicht alle 5 Alternativen geschafft hast. Konzentrierst du dich jedoch auf die für dich wichtigste und akzeptierst das Priorisieren, wirst du zufriedener sein.

3. Für eine Prüfung lernen

Du hast Zeitnot und möchtest das Beste bei der nächsten Prüfung herausholen? Leg deinen Fokus auf dich wichtigen Dinge. Nehmen wir an, es gibt 5 verschiedene Aufgabentypen mit wieder jeweils 5 Beispielen, die im Kurs gerechnet wurden.

(Zugegebenermaßen sind es in der Realität eher 20 Aufgaben mit je 1000 Beispielaufgaben, aber mit 5 rechnet es sich eben leichter. 🙂 )

Die Zeit würde aber nur noch dafür reichen, alle 5 Beispiele eines einzigen Typs zu üben. Dann rechnest du jetzt stattdessen eine Aufgabe von jedem Typ und deckst alle Aufgabentypen ab, gehst jedoch nicht zu sehr in die Tiefe, sondern deckst je eine Beispielaufgabe ab.

4. Eine neue Sprache lernen

Mit nur 20% der existierenden Vokabeln kann man 80% aller Situationen (Lesen, Schreiben, Hören, Sprechen) in einer Fremdsprache meistern.

5. Kleiderschrank ausmisten

4/5 deiner Klamotten trägst du wenig bis gar nicht. Wenn du diese aus deinem Kleiderschrank entfernst, bleibt ein übersichtlicherer Kleiderschrank mit genau den Teilen übrig, die dir auch wirklich gefallen und gut stehen.

6. Abnehmen

80% deiner Kalorien nimmst du mit 20% deiner Nahrung auf. Wenn du also Abnehmen möchtest, reduziere diese gezielt. Ich bin mir sicher, du weißt auf Anhieb ziemlich genau, welche Nahrungsmittel das sind!

7. Nicht so viel News konsumieren

Nur 20% (wenn überhaupt 😉 ) der Schlagzeilen, die du liest, haben irgendeinen Informationswert. Verbringe also weniger Zeit auf Newsportalen oder Twitter und mach stattdessen etwas Anderes.

8. Stress reduzieren

80% von deinem Stress wird von 20% der Tätigkeiten und Menschen erzeugt. Versuche diese Tätigkeiten zu identifizieren und soweit es geht zu reduzieren.

 

Finanzen

9. Ein Depot aufbauen

Viele Menschen investieren viel Zeit in das geschickte Konstruieren eines ausgetüftelten Depots, nur um dann festzustellen: jedes breit diversifizierte Depot hat im langen Schnitt eine sehr ähnliche Performance. Warum also mit dem x-ten Japan Small Tech Cap ETF rumtun, wenn ein einfaches Weltportfolio es auch tut? In der gesparten Zeit könntest du ein paar Überstunden schieben und schon einmal etwas Startkapital für dein Depot verdienen.

10. Einen Broker aussuchen

Sehr ähnlich ist es bei der Wahl eines Brokers. Man verbringt Stunden damit den einen zu finden, der vielleicht noch ein paar Euro billiger ist im Monat. Dabei stellt man nach kurzer Recherche fest, die Standardbroker in Deutschland haben alle sehr ähnliche Konditionen. Wähle einen von diesen aus und mache keine Wissenschaft daraus. Denn das ist es nicht.

11. Beste Tagesgeldzinsen finden

Das meiner Meinung nach größte Unding überhaupt und zugleich des deutschen Sparers liebstes Hobby: Im Internet nach den neuesten Topzinsen jagen. Für eine Nachkommastelle bessere Rendite werden Stunden an Zeit investiert in das Ausfindig machen eines marginal höheren Zinssatzes, in das Einrichten eines neuen Kontos. Wenn man nun jedoch den Stundenlohn ausrechnen würde, müsste man bei den meisten Beträgen, um die es geht, zum Lachen anfangen.

Mache es nicht zu kompliziert, suche dir einen Tagesgeldanbieter, welcher in der Vergangenheit konstant ordentliche Zinsen geliefert hat (nicht unbedingt die Besten, aber auch nicht die Schlechtesten) und fertig ist die Laube. Die freie Zeit verbringst du lieber mit Freunden, gehst Arbeiten oder lernst irgendwas.

Beruflich

12. Deine Aufgaben priorisieren

Wenn dein Aufgabenzettel mal wieder hoffnungslos überfüllt ist, dann schreib dir alle To-Do Punkte auf und priorisiere. Die obersten Aufgaben zuerst und den Rest erledigst du später. Wenn beispielsweise 10 Dinge auf deiner Liste stehen, dann haust du die letzten acht erstmal runter und erledigst die beiden wichtigen zuerst. Das machst du jeden Tag aufs Neue und du wirst sehen, dein Aufgabenberg schmilzt ab sofort schneller und gründlicher. Denn nun verzweifelst du in nicht in Schockstarre an der scheinbar nicht zu bewältigenden Last. Du schaffst es nun mit Leichtigtkeit.

13. Auf die wichtigen Kunden konzentrieren

Das Paradebeispiel, wenn es um das Pareto-Prinzip geht: 20% der Kunden generieren 80% des Umsatzes. Es macht also Sinn, dich in der Arbeit um genau diesen Kundenkreis zu konzentrieren.

14. Auf die wichtigen Produkte konzentrieren

Das gleiche gilt auch für Produkte in einem Unternehmen. 20% der Produkte sorgen für 80% des Umsatzes. Konzentriere dich also auf eben diese.

15. In eine neue Software einarbeiten

Studien haben gezeigt, dass 80% der Leute nur 20% des vollen Funktionalitätenumfangs einer Software überhaupt nutzen. Das heißt, du solltest dich ruhig daran trauen, dich mit neuer Software zu beschäftigen. Oft braucht es gar nicht so viel Zeit um halbwegs drin zu sein. Außerdem ist es, je nach Software, eine weitere Qualifikation.

16. Auf die größten Troublemaker konzentrieren

80% der Beschwerden kommen von 20% der Kunden. Wenn du das Thema also möglichst effizient angehen möchtest, dann konzentriere dich zuerst auf diese 20% und dann auf die Anderen.

Ein paar mahnende Worte zum Schluss

Das Pareto Prinzip ist ein sehr mächtiges Werkzeug, um mehr zu schaffen, aber wie so oft im Leben ist es mehr eine Pi mal Daumen Geschichte. In der Vergangenheit ist das 80-20 Prinzip mehr oder weniger stur auf nahezu jede beliebige Situation übertragen worden. Nicht immer bestätigt die Empirie das 80-20 Verhältnis. Manchmal kann es auch in die ein oder andere Richtung verschoben sein, beispielsweise 90-10, 70-30 oder auch 20-90.

Die Zahlen müssen sich übrigens nicht immer auf 100 aufaddieren. Die 20-90 sind kein Tippfehler. Das Aufaddieren auf 100 hat wohl bisher einfach gut gepasst, denn Menschen mögen “runde” Zahlen und deshalb ist man scheinbar dabeigeblieben.

Weiterhin ist es auch nicht immer möglich nach 80% Erfolg einfach aufzuhören, manchmal muss man einfach für die 100% gehen, mit dem entsprechend höheren Aufwand.

Auch soll die 20-80 Regel auf keinen Fall eine Einladung zur Schlamperei sein. Nur weil 80% vielleicht schnell erreicht sind, heißt das nicht, dass du deine Aufgaben nicht ordentlich erledigen sollst. Im Gegenteil, ich behaupte die Fähigkeit zum gewissenhaften Arbeiten macht das Pareto-Prinzip überhaupt erst anwendbar. Denn 20% Bullshit ist immer noch Bullshit.

Abschließend kann man sagen, dass das Pareto-Prinzip ein nützliches Hilfsmittel ist, um mehr aus deinem Leben zu machen. Egal in welchem Bereich, sei es beruflich, beim (passiven) Anlegen oder auch privat.

Zeit ist für uns alle ein begrenztes Gut, umso wichtiger ist es, sie nur mit den wirklich wichtigen Dingen zu verbringen.

 

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