Was ein ETF Weltportfolio zu haben für dich wirklich bedeutet

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Wenn du dich schon etwas mit ETF beschäftigt hast, dann sagt dir der Begriff “Weltportfolio” bzw. “Weltportfolio ETF” vielleicht schon was. Er bezeichnet einfach ein Portfolio, das weltweit in viele verschiedene Aktien/ Anleihen investiert und damit ordentlich diversifiziert ist.

Vermutlich hast du auch schon gelesen oder gehört, wie wichtig es ist, breit aufgestellt zu sein und zu versuchen, in die Weltwirtschaft als Ganzes zu investieren und nicht in einzelne Firmen.

Denn es ist schlicht einfacher vorherzusagen, ob es der Weltwirtschaft in 20 Jahren gesamthaft besser geht als bei einem einzelnen Unternehmen. Die Weltwirtschaft wird es immer geben, Unternehmen können verschwinden. Klar, auch global geht es ab und an heftig bergab, aber insgesamt wird die Wirtschaftsleistung niemals auf null fallen. Solange die Erde nicht aufhört sich zu drehen.

Doch was heißt es eigentlich ein Weltportfolio zu haben? Ich meine, was bedeutet es tatsächlich solch ein Portfolio zu besitzen? Zu diesem Zweck schauen wir uns zuerst einmal drei verschiedene Unternehmen von drei verschiedenen Kontinenten an.

Von Volkswagen, Visa und Cathay Pacific zum Weltportfolio

Aus Europa habe ich Volkswagen (Automobilhersteller) ausgewählt, für Nordamerika geht VISA (Kreditkarten) an den Start und aus Hongkong, stellvertretend für Asien, schauen wir uns Cathay Pacific (Fluggesellschaft) an.

Warum gerade diese drei Unternehmen? Nun, da gibt es keinen besonderen Grund, ich wollte lediglich von drei großen Kontinenten ebenso große Unternehmen auswählen, bei denen es einfach ist, Zahlen aufzutreiben 😉

Was habe ich mit diesem Trio jetzt vor und was hat das mit einem Weltportfolio zu tun?

Nun, ich möchte versuchen, etwas plastischer darzustellen, was diese Unternehmen tun und was es heißt sie zu besitzen, also deren Aktionär zu sein und vielmehr noch, was es wirklich heißt ein Weltportfolio zu besitzen.

Zuerst nacheinander und am Ende füge ich die Puzzlestücke zu einem größeren Ganzen zusammen. Wundere dich also nicht, wenn du unterwegs das Gefühl hast, ich würde abschweifen. Zum Schluss sollte es einen Sinn ergeben.

Das Weltportfolio

Volkswagen AG (2014): 1.230.891 produzierte Automobile und €4,86 Gewinn pro Aktie

Die obigen Daten in der obigen Grafik habe ich aus dem Geschäftsbericht 2014 der VW AG. Sie beziehen sich nur auf VW selbst und nicht auf den Konzern insgesamt. Volkswagen hat 2014 sagenhafte 1.230.891 Autos gebaut. Eine sehr stolze Zahl.

Jetzt nehmen wir mal an, du hast eine Aktie von VW 2014 zum Dividendenstichtag in deinem Portfolio gehabt. Was bedeutet das pro gebautem Auto?

Gewinn einer Aktie pro gebautem Auto: €0,00000395

Das sieht erstmal nach verdammt wenig aus. Quasi ein Bruchteil von einem Bruchteil eines Cents. Das ist es auch, aber bedenke: die Masse macht’s! Auch wenn pro Aktie und Auto nur so ein Mickerbruchteil rauskommt, VW baut Autos wie ein Geisteskranker, wie am Fließband, also wortwörtlich…

Und zwar rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Da stehen riesige Fabriken, in die, im Wahrsten Sinne des Wortes, zig 100.000 Mitarbeitern ein und aus gehen, die nichts Anderes tun als tagein, tagaus gute Autos zu bauen.

Und an jedem Auto, welches dort vom Band rollt, kann man als Aktionär etwas mitverdienen und es rollen wie gesagt verdammt viele Autos bei VW vom Band. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, Stunde für Stunde. Tick tack. Egal, ob du schläfst oder selbst in der Arbeit bist.

VISA (2014): ca. 65 Milliarden Transaktionen, $2,16 Gewinn pro Aktie

VISA ist vor Mastercard das größte Kreditkartenunternehmen der Welt und die zweite “Stichprobe” aus unserem Weltporfolio. Sieht man sich die Wachstumszahlen der Branche an, dann kann man leicht ins Schwitzen kommen.

Allein von 2013 auf 2014 hat VISA allein 200 Millionen Karten zusätzlich ausgegeben. Insgesamt sind damit 2,3 Milliarden Plastikkärtchen der Firma aus San Francisco im Umlauf. Damit sind 65 Milliarden Transaktionen getätigt bzw. 7,3 Billionen Dollar bewegt worden. Keine Frage, das Kreditkartengeschäft läuft gerade nicht schlecht.

Das ist ein ansehnlicher Haufen an Geld, der mittels Plastik bewegt wird, und an jeder Bewegung verdient VISA mit. Pro Aktie (welche übrigens erst seit 2008 an der Börse gehandelt wird) hat Visa damit $2,16 an die Aktionäre ausgeschüttet. Brechen wir das mal wieder in derselben Logik runter wie bei VW. Nur diesmal auf den Gewinn pro Transaktion statt pro gebautem Auto:

Gewinn einer Aktie pro Transaktion: $0,00000000003323

Puh, eine richtig kleine Zahl. Das ist ja deprimierend. Von wegen! Bedenke noch einmal: Das ist pro Aktie, niemand verbietet dir mehr zu kaufen, und pro Transaktion, von der es zig Milliarden jedes Jahr gibt.

Auch hier ist die Devise: Kleinvieh macht auch Mist und das bis zum Ende des Jahres gar nicht mal so wenig. Für dich als Aktionär bedeutet das, jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt jemand seine VISA zückt (das passiert nach meiner Rechnung im Schnitt etwas mehr als 2061 Mal in der Sekunde), dann verdienst du mit, ganz gleich, ob du im Urlaub bist, Sport machst oder schläfst. Immer wenn es “Ka-Ching!” macht und jemand seine Kreditkarte benutzt, macht es auch bei dir “Ka-Ching!”.

Cathay Pacific (2014): 167.000 Flüge, HK$0,36 Gewinn pro Aktie

Cathay Pacific ist eine traditionsreiche Fluglinie aus Hongkong und der Vertreter Asiens in unserer kleinen Zahlenrunde. Die Fluggesellschaft Pacific absolvierte im Jahr 2014 rund 167.000 Flüge. Mittlerweile weißt du, was ich machen werde: wir werfen einen Blick auf den Gewinn pro Flug.

Gewinn pro Aktie und Flug: HK$0,000002156

Weiterhin können wir rechnen, dass rund um die Uhr, das ganze Jahr über, im Schnitt alle 3-4 Minuten ein Flieger von Cathay abhebt. Auch hier läppert sich das Ganze einfach über das Jahr gesehen zu einer hübschen Rendite. Du als Aktionär kannst an der Tatsache teilhaben, dass zu jeder Zeit einen Haufen Flugzeuge dieses Unternehmens in der Welt herumjetten, von Asien nach Europa, von Amerika nach Asien, usw.

Und was hat das alles jetzt mit meinem Weltportfolio zu tun?

Zuerst einmal, ist dir hoffentlich klar: ich rate dir nicht in eines der obigen Unternehmen allein zu investieren! Ich wollte mit den beeindruckenden Zahlen weiter oben keine Werbung für ein alleiniges Investment in eine dieser Firmen machen.

Sie waren nur stellvertretend zur Illustrierung gedacht, was ein Aktieninvestment in Wahrheit tatsächlich bedeutet: Es ist weit mehr als einfach nur Geld, das von A in B investiert und von B an A gezahlt wird. Es steckt etwas sehr Reales dahinter, Menschen, die in diesen Unternehmen etwas tun, etwas erschaffen, eine Leistung erbringen, jeden Tag, in jeder Sekunde, irgendwo auf dieser Welt.

Und in einem Weltportfolio finden sich nicht nur die drei obigen Beispiele, sondern tausende (ja tausende) weitere Unternehmen, die rund um die Uhr Dinge entwickeln, produzieren, anbieten und verkaufen.

Du als Anleger solltest versuchen, so gut es geht daran teilzuhaben, dass die Welt sich dreht, auch wenn du selbst vielleicht gerade im Urlaub bist. Und viel wichtiger ist es noch, versuche nicht alles in ein Unternehmen allein zu stecken und den Markt zu schlagen, indem du cleverer bist, sondern versuch mit deinem Portfolio einfach so gut es geht die Wirtschaft abzubilden, eben jene Welt, die sich ständig dreht, unabhängig von dem, was du währenddessen tust.

Wen gibt es in 100 Jahren noch? Volkswagen oder die Weltwirtschaft insgesamt?

Um abschließend noch einmal zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, nicht auf einzelne Unternehmen zu setzen, möchte ich dir zwei einfache Frage stellen:

  1. Wie zuversichtlich bist du, dass Volkswagen die nächsten 100 Jahre überleben wird?
  2. Und wie zuversichtlich bist du, dass es die Weltwirtschaft in 100 Jahren noch geben wird?

Ganz genau. Nichts gegen Volkswagen, aber ich würde auch eher auf die weitere Existenz einer Weltwirtschaft in der Zukunft setzen.

Am besten wäre es, wenn du dir selbst so ein Weltportfolio zusammenstellst. Mit den heutigen, verfügbaren und zugleich günstigen ETF ist es kein Problem, so etwas quasi homemade selbst aufzubauen. Wie das geht, erkläre ich in meinem Artikel 10.000 Euro anlegen: Die ultimative Blaupause zum Durchstarten.

Unter Umständen kannst du auch einen einzigen Weltportfolio ETF, wie auf den MSCI World oder MSCI ACWI, einsetzen. Auch hier solltest du ein paar Dinge beachten, aber das wäre auf jeden Fall schon mal ein guter Kompromiss, um einfach Loszulegen, und ist auf jeden Fall besser als das Geld am Konto liegen zu lassen, wo es unproduktiv für dich bleibt und dich deiner Finanziellen Unabhängigkeit nicht näher bringt.

Von der Benutzung eines vorgefertigten Konzepts à la “Gerd Kommer Weltportfolio” oder einem “Weltportfolio nach Weber” würde ich dir eher abraten (mehr Infos zu den einzelnen Konzepten findest du hier). Nicht, weil sie grundsätzlich verkehrt oder die Performance schlechter wäre. Im Gegenteil, deren Philosophie ist der Meinigen sehr ähnlich, vielleicht von der Position gegenüber gewissen Anlageklassen wie Rohstoffen einmal abgesehen.

Aber vielmehr sollst du selbst Verantwortung für dein Geld übernehmen und das möglichst gleich von Anfang an. Die notwendige Unterstützung findest du hier auf Homemade Finance.

Fazit zur Idee des Weltportfolios

Dein Ziel als Investor muss sein, so gut es eben geht, an der wirtschaftlichen Entwicklung auf der Welt teilzuhaben. Dabei darfst du dich aber nicht auf Einzelaktien eines einzelnen Automobilherstellers, Kreditkartenunternehmens oder einer Airline verlassen, auch wenn deren Zahlen vielleicht beeindrucken mögen.

Vielmehr solltest du auf alle diese Unternehmen und noch Unzählige weitere auf der ganzen Welt gleichzeitig setzen. So stellst du sicher, dass du die Weltwirtschaft als Ganzes im Depot hast und zu jeder Tages- und Nachtzeit etwas Produktives, etwas Reales passiert, an dem du teilhast.

Mithilfe von ETF ist das für uns Privatanleger möglich, was früher nur High-Net-Worth Individuals mit großen Depots vorbehalten war: Ein wirklich weltweit diversifiziertes Portfolio aufbauen, was einen wesentlichen Schlüssel zur Finanziellen Unabhängigkeit darstellt.

Hier noch ein abschließender Disclaimer für die Zahlennerds unter den Lesern: die Zahlen sind aus optischen Gründen gerundet. Weiterhin hat jedes große Unternehmen verschiedene Geschäftsfelder, die natürlich auch Gewinne abwerfen können. Da die obigen Beispiele nur dem Visualisierungszweck dienen, habe ich einfach den gesamten Gewinn herangezogen und geteilt. Tatsächlich ist der Gewinn pro Vorgang vermutlich geringer. Das ändert aber nichts an der zugrundeliegenden Idee.

Alle Zahlen sind aus den Geschäftsberichten des jeweiligen Unternehmens entnommen. Ddu kannst diese leicht über Google finden. Dessen Gewinn pro Suchanfrage wäre sicher auch eine interessante Sache gewesen 😉

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