7 Gründe warum Aktienkurse wohl auch in Zukunft immer steigen werden

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Eine der drängendsten Fragen, die ich mir bei meinen ersten Schritten an der Börse gestellt habe war, ob die Aktienkurse auch in Zukunft immer steigen werden oder ob ich irgendwann als gebranntes Kind auf ein vergeudetes Investorenleben zurückblicken werde.

Ich kenne natürlich all die tollen Rückblicke, beispielsweise auf den S&P 500, die mir zeigen, dass auf lange Sicht Aktien immer zugelegt haben. Solange man genug Zeit mitbrachte war stets alles paletti.

Aber wie sieht es mit der Zukunft aus? Werden Aktien auch dann immer weiter steigen?

Da ich schon immer Dinge sehr gerne kritisch analysiert habe, wollte ich es natürlich ganz genau wissen und habe angefangen mich aus der Vogelperspektive mit Aktien, unserem Wirtschaftssystem und mit der Natur des Menschen im Allgemeinen auseinandersetzen.

Woah, das klang jetzt irgendwie epischer als es tatsächlich war 😉

Wie auch immer, meine Schlussfolgerungen haben mir geholfen mich überhaupt erst an die Börse zu wagen und mir Selbstvertrauen für meinen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit gegeben.

Daher möchte ich meine für mich gewonnenen Erkenntnisse hier mit dir teilen, damit auch du mit mehr Zuversicht deinen Weg gehen kannst.

Profitipp: Druck dir die Liste aus und häng sie dir neben deinen Laptop oder Kühlschrank auf. Wann immer dich Zweifel packen und du dich unterwegs von der Börse verabschieden möchtest, lies sie dir durch und bleib auf Kurs.

Weil es schon immer so war

Das ist aus wissenschaftlicher Sicht mit Abstand sicherlich der schlechteste Grund von allen.

Vergangene Resultate sind keine Garantie für ähnliche Resultate in der Zukunft.

Dieser Standardspruch ist weit mehr als eine Absicherung von Fondsgesellschaften und Banken.

Es ist schlicht wissenschaftlich wahr. Ist es nicht ironisch, dass der vielleicht einzig wahre Satz der Finanzindustrie uns allen im Gedächtnis haften bleibt? 😉

Dir und mir ist als kritischen Selbstentscheidern natürlich bewusst, dass ein Blick in die viel zu kurze Vergangenheit der Börse uns nicht unbedingt was über die Zukunft sagt.

Ich bin aber ebenso der Meinung:

Schaden kann es auch nicht. Aus Interesse halber natürlich.

Das Problem dabei ist, dass man für statistisch halbwegs signifikante Aussagen wenigstens 20 Wiederholungen benötigt. Wenn uns nun die Aktienkurse über einen Zeitraum von 20 Jahren interessieren, dann brauchen wir also 20 voneinander unabhängige Wiederholungen.

20*20 Jahre = 400 Jahre

Shit.

Ich kenne keine Zeitreihe einer Aktie, die so weit zurück reicht, geschweige denn einen Aktienindex. Falls du irgendwelche besseren Daten dazu hast, dann melde dich bitte bei mir (ernst gemeint).

Ich habe für meinen Rückblick den S&P 500 in der Total Returnvariante gewählt, also mit reinvestierten Dividenden. Der Grund warum gerade dieser Index ist recht banal:

Von ihm gibt es einfach die längste Serie an Daten.

Meine Daten beginnen bei 1950, mir ist aber bewusst, dass es theoretische Rückrechnungen bis ins Jahr 1789 gibt. Allerdings konnte ich die Datenreihe für diese Zeit nirgendwo auftreiben, ganz zu schweigen von den Dividendenausschüttungen. Falls du diese Informationen hast oder weißt wo man diese herbekommt, wäre ich dir und die anderen Leser sehr verbunden, wenn du uns davon erzählen würdest 🙂

Wenn wir uns also mit dem S&P 500 begnügen, dann kommen wir immerhin auf knapp 3 Wiederholungen.

So sieht das aus, wenn man den Kursverlauf in 20 Jahreshäppchen teilt:

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sp500

Wie wir sehen: Geld verloren haben wir zu keiner Zeit. Der schlechteste Fall war eine immer noch ordentliche Rendite von knapp 6% p.a.. Unter Berücksichtigung des Cost-Average-Effekts hätte man wohl noch ein wenig mehr rausholen können.

Vielleicht nicht berauschend aber auch nicht schlecht. Auf jeden Fall ein Ergebnis mit dem ich Leben könnte. Wenn es wirklich eine traurige 20-Jahresperiode während meines Erwerbslebens werden sollte, dann kann ich daran ja auch nichts ändern. Schon gar nicht im Nachhinein.

Keinesfalls ist eine möglicherweise nicht so berauschende Rendite eine Entschuldigung dafür, es nicht an der Börse zu versuchen, Geld aufs Tagesgeld zu packen und dann laut rumzujammern wie beschissen die Zinsen auf Tagesgeld doch sind.

Aktienkurse schwanken, so ist das Spiel nun mal. Dafür werden wir aber auch mit einer besseren Rendite belohnt. Mit genügend Zeit werden Aktien auch in Zukunft langfristig immer steigen. Wahrscheinlich.

Das ist natürlich so noch nicht wirklich beruhigend, gibt es vielleicht noch andere Aspekte außer den kurzsichtigen Blick in die Geschichte?

Die Entwicklung der Menschheit kennt nur eine Richtung: Besser.

Es liegt in der Natur des Menschen Dinge und Prozesse immer besser und besser machen zu wollen. Dabei sind es oftmals nicht die großen Revolutionen, sondern die kleinen Evolutionen, die unsere Welt auf Dauer dramatisch verändern. Denn kleine Potentiale in unserem Alltag sind meist häufiger und auch leichter zu heben als die Großen.

Wenn du in der Lage bist etwas (einen Gegenstand oder eine Herangehensweise) jährlich um 5% billiger, schneller oder einfacher zu machen, dann hast du nach 20 Jahren eine Verbesserung von 64% im Vergleich zum Anfang erreicht:

graduelle-verbesserung

Und hier kommt‘s:

Der Mensch ist genetisch darauf programmiert nach solchen Gelegenheiten Ausschau zu halten. Denn graduelle, stetige Verbesserungen von Herangehensweisen haben uns geholfen länger und leichter zu überleben. Überleben ist für einen Steinzeit-Alex sicher äußerst motivierend gewesen.

Meiner Ansicht nach hat sich daran bis heute nichts geändert. Auch wenn die Motivation heute vielleicht nicht mehr im Überleben steckt, sondern als monetärer Anreiz besser zu Leben.

Wenn man es schafft sehr, sehr vielen Leuten etwas Zeit oder Geld zu sparen, dann rentiert sich das für einen selbst. Daher denken Milliarden von Menschen zu jeder Sekunde des Tages darüber nach, wie sie Dinge besser machen können.

Wenn das jemandem wieder mal gelingt, dann trägt dies zum Wohlstand bei und die Wirtschaft wächst.

Als Besitzer von Aktien profitieren wir schlussendlich selbst davon.

Unsere Technologie wird nur besser, nie schlechter

Im ersten Punkt auf der Liste haben wir uns mit der menschlichen Natur beschäftigt, warum es nach vorne gehen muss für uns, im zweiten, zugegebenermaßen eng verquickten Punkt, sehen wir die Auswirkung auf die Welt um uns herum an. Ich zähle ihn nicht als vollwertigen eigenen Punkt, da er im Endeffekt nur eine Folge des ersten Aspekts darstellt.

Die neusten Schlagzeilen aus einem Tech-Journal deiner Wahl:

“Facebook sattelt bei seinen Servern auf Commodore um.”

“Google deaktiviert Autosuggest”

“Telekom rüstet LTE wieder zurück”

“Nächsten Donnerstag stellt der letzte verbliebene Onlineshop sein Geschäft ein. Die Bürger kaufen Waren nur noch offline.”

“Comeback des Nokia 3310. Smartphoneverkäufe brechen dramatisch ein. Kunden von der Vielzahl der Funktionen moderner Handys überfordert.”

Klingt komisch? Ja, das wäre es in der Tat. Auch wenn der Nokiaprügel wirklich klasse war!

Denn es verstößt gegen die menschliche Natur, wie wir weiter oben bereits festgestellt haben. Wir tauschen Maschinen und Technologien nicht gegen schlechtere aus. Wir wollen keinen schlechteren Service als zuvor. Oder einen teureren.

Weiter, höher, besser.

DAS ist es was wir wollen!

Wer uns geben kann, was wir wollen, der kann viel Geld verdienen. Daher denken Menschen unermüdlich darüber nach und mehren damit zwangsläufig unseren Wohlstand. Wieder bedeutet das steigende Aktienkurse in der Zukunft und wir sind mittels eines Weltportfolios natürlich mit dabei, wenn irgendwo auf dem Globus wieder jemand eine tolle Idee hat beziehungsweise diese sich durchsetzt.

Die Bedürfnisse der Menschen sind unendlich

Dieser Umstand ist vielleicht der wichtigste, warum Aktienkurse immer steigen werden.

Auch ein Mensch der scheinbar schon alles hat wird immer wieder etwas Neues finden was er möchte. Selbst Milliardäre kaufen sich immer mal wieder neue Dinge. Sogar Warren Buffet und Ingvar Kamprad (der Typ, dem IKEA gehört), welche beide für ihre Bescheidenheit gemessen an ihrem Reichtum bekannt sind, kaufen sich ab und an etwas Hübsches.

Solange nicht alle Bedürfnisse der Menschen befriedigt sind, wird die Wirtschaft unweigerlich wachsen und damit Aktien auch in Zukunft steigen.

Inflation

Was im ersten Moment vielleicht komisch klingt ist auf den zweiten Blick sehr logisch:

Inflation wird auch in Zukunft die Aktienkurse auf lange Sicht nach oben treiben.

Für ein Unternehmen ist Inflation erst einmal kein Problem, denn was bedeutet Inflation?

Die Preise steigen.

Es müssen also Rohstoffe und Arbeitskraft teurer eingekauft werden. Allerdings kann das Unternehmen die daraus hergestellten Produkte auch teurer verkaufen. Es schlägt einfach auf die Preise für den Input eine kleine Marge drauf und reicht die Preissteigerungen quasi einfach an die Kunden durch. Auf welchem Niveau sich Inputpreise bewegen ist erstmal gar nicht von Interesse für ein Unternehmen. Ein Unternehmen muss lediglich darauf achten, dass es eine Gewinnmarge zwischen Input und Output halten kann. DAS interessiert ein Unternehmen, nicht das Niveau der Preise allgemein.

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Wenn du aufmerksam mitgelesen hast, dann wirst du jetzt sicher einwenden:

Aber Alex, wenn die Aktienkurse von der Inflation nach oben gepusht werden, dann bleibt meine Kaufkraft doch gleich und ich gewinne nichts dazu!

Das ist natürlich richtig. Die Kurse werden steigen aber unterm Strich gleicht der Zugewinn den Verlust durch Inflation lediglich aus. Sie steigen durch Inflation lediglich nominell, real, also kaufkraftmäßig, gewinnst du durch die Inflation nicht.

Stimmt, aber hey:

Das ist doch auch schon mal was. Dein Geld ist an der Börse schon mal inflationsgeschützt unterwegs, wie immer zumindest langfristig. Das kann dein Giro- oder Tagesgeldkonto nicht von sich behaupten.

Immer mehr Leute haben Zugang zum Kapitalmarkt und immer mehr werden in Aktien investieren

Der Fortschritt hat auch vor den Kapitalmärkten nicht halt gemacht. In der Folge ist der Zugang so billig und einfach wie niemals zuvor.

Ich kann mit meinem Handy in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit für eine Handvoll Dollar (irgendwelche Westernfans hier, die den Wortwitz verstehen?) Aktien ordern.

Das gilt auch für immer mehr Menschen in Entwicklungsländern und glaub mir, die sind da heiß drauf. Die sind nicht wie die Deutschen und sträuben sich gegen eine direkte Teilhabe an der Wirtschaft.

Die wollen ihren Teil vom Kuchen abhaben!

Die Konsequenz ist, dass selbst bei gleich bleibendem Wohlstand immer mehr Geld an die Börsen fließt.

Die Nachfrage steigt in dieser Überlegung bei einem gleich bleibendem Angebot und in der Folge steigen auch die Aktienkurse.

Mir ist bewusst, dass die Geldmengen im Vergleich zu den Industrieländern deutlich kleiner sind. Aber auch das wird sich möglicherweise noch ändern.

Die Bevölkerung wird (noch ein wenig) weiter wachsen

In den Industrieländern ist es schon ein alter Hut, es werden immer weniger Kinder geboren und auch in den noch nicht so weit entwickelten Ländern der Erde gehen die Geburten stark zurück.

Das Wachstum der Weltbevölkerung hat sich bereits spürbar verlangsamt. Bedeutet das, dass in Zukunft weniger Nachfrage auf den Aktienmärkten herrscht und es weniger potentielle Konsumenten gibt? Auf den ersten Blick schon, allerdings wird es trotz Geburtenrückgang noch einige Zeit ein gewisses Wachstum geben. Von daher kann man aus dieser Perspektive Entwarnung geben.

Weiterhin wird meiner Ansicht nach auch bei einer abnehmenden Bevölkerungszahl der Wohlstand nicht weniger werden, er wird sich einfach nur auf weniger Menschen verteilen.

Am Ende des Tages sehe ich das so, dass Aktienkurse bei abnehmender Bevölkerungszahl nicht fallen aber bei steigender Bevölkerung potentiell zunehmen.

Wenn du das anders siehst, dann freu ich mich auf eine Diskussion in den Kommentaren 🙂

Um übrigens erst gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich finde es gut, dass immer mehr Menschen ihre Lebens- und Familienplanung selbst in die Hand nehmen können. Ich empfinde das als frei denkender Mensch als eine sehr wichtige Errungenschaft an.

Irgendwo auf der Welt wird immer jemand nach dem gleichen Wohlstand von woanders auf der Welt streben.

Die Ungleichheit auf der Welt hatten wir in diesem Beitrag schon öfters. Die Beseitigung dieser Ungleichheit aus eigenem Antrieb heraus (sprich Menschen streben nach dem gleichen Lebensstandard den andere Menschen genießen) sagt uns instinktiv, dass Aktien auch in Zukunft steigen werden. Denn wenn der DAX (ein richtig schlechter Aktienindex übrigens) heute bei 12.000 stehen kann, dann ist es nur logisch, dass er auch bei 24.000 stehen kann, wenn mehr Menschen sich lebenstechnisch auf das gleiche Niveau heben.

Auch wenn dieser Zusammenhang wahrscheinlich komplexer ist als es auf den ersten Blick erscheint, so halte ich ihn doch für zutreffend.

Es ist außerdem unwahrscheinlich, dass irgendwann einmal alle Menschen den gleichen Standard erreicht haben. Während die einen aufholen bleiben die anderen ja nicht zwangsläufig stehen.

In dieser Hinsicht wird es denke ich nie so etwas wie ein Equilibrium geben und somit ständig eine Gelegenheit für die Wirtschaft bleiben zu wachsen und zu gedeihen.

Wir müssen nur richtig zugreifen.

Zusammenfassung und Fazit

Es gibt vielfältige Gründe, warum Aktienkurse auch in Zukunft stets steigen werden. Was ich als Weisheit letzten Schluß noch hinzufügen möchte ist, dass das für Aktien im Allgemeinen gilt. Es werden immer wieder Firmen pleite gehen und die Aktien wertlos werden.

Im Durchschnitt aber (=breit diversifiziertes Weltportfolio) wird die Wirtschaft wachsen und unser Depot auf lange Sicht unweigerlich an Wert zunehmen lassen. Aus meiner Sicht gibt es sehr sehr gute Gründe warum Aktienkurse auch in Zukunft steigen werden.

Ich vertraue darauf, dass die Menschheit immer nach neuem und nach besserem streben wird. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass ihr das auf lange Sicht immer wieder gelingen wird.

Darauf baue ich, in dem ich mein Portfolio als abstraktes Abbild dieses Fortschritts gestalte.

Stichwort ETF-Portfolio:

Ich weiß nicht, was das nächste heiße Eisen an der Börse sein wird. Ich weiß nur, dass ich mit meinen vielen tausend Unternehmen im Depot sehr wahrscheinlich zu einem kleinen Teil dabei sein werde.

Genau so, wie ich fast unweigerlich dabei sein werde, wenn ein Unternehmen stirbt.

Ich bin aber überzeugt, dass auf lange Sicht mehr Raketen als Blindgänger dabei sein werden und Aktienkurse insgesamt steigen werden.

Darauf vertraue ich auch in Zukunft.

Jetzt bist du dran:

Fallen dir noch weitere Gründe ein, warum die Wirtschaft auch in Zukunft wachsen und Aktienkurse weiter steigen werden? Teile deine Gedanken mit mir in einem Kommentar!

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